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Alihuen: Die Wiederaufforstung der verlorenen Wälder Chiles

Zwar liegt der Schwerpunkt der Arbeit von Life Terra auf Europa, doch ist sich die Stiftung bewusst, dass der Klimawandel eine globale Herausforderung ist, die grenzüberschreitendes gemeinsames Handeln erfordert. Aus diesem Grund unterstützte Life Terra den landwirtschaftlichen Betrieb von Alihuen am nördlichen Rand des chilenischen Patagoniens, auf Chiloé.

Die Alihuen-Farm ist ein Projekt, bei dem ökologische Renaturierung Hand in Hand mit Gemeinschaftsbildung, nachhaltiger Landwirtschaft und Umweltbildung geht.

Ein Name, der in der Natur verwurzelt ist

Alihuen bedeutet „Großer Baum“ in Mapudungun, der Sprache der indigenen Mapuche in Chile. Der Name spiegelt das starke Engagement des Projekts wider, heimische Ökosysteme wiederherzustellen und den Menschen wieder eine Verbindung zur Natur zu ermöglichen.

Alihuen wurde von Jeroen Beuckels und Grecia, einer chilenischen Kunsthandwerkerin aus Chiloé, gegründet und verfolgte von Anfang an ein einfaches, aber ehrgeiziges Ziel: erschöpftes Ackerland wieder zum Leben zu erwecken und dazu beizutragen, die zersplitterten Waldlandschaften auf der gesamten Insel wieder miteinander zu verbinden. Heute ist das Projekt ein lebendiges Beispiel dafür, wie langfristiges Engagement die Artenvielfalt wiederherstellen und gleichzeitig lokale Gemeinschaften stärken kann.

Den Wald zurückbringen

Über Jahrzehnte hinweg wurden weite Teile des Urwalds von Chiloé gerodet oder zersplittert, wodurch der Lebensraum für Wildtiere schrumpfte und die ökologische Vernetzung in der gesamten Region beeinträchtigt wurde. Alihuen trägt dazu bei, diesen Trend umzukehren.

Unter Anwendung von Permakultur-Prinzipien und Methoden zur ökologischen Renaturierung wurden im Rahmen des Projekts Zehntausende einheimischer Bäume gepflanzt, wodurch sich ehemalige Weideflächen nach und nach in einen wachsenden Wald verwandeln. Langfristig soll eine Verbindung zwischen den isolierten Waldgebieten im Norden von Chiloé und größeren Schutzgebieten hergestellt werden, darunter die Wälder rund um den Chepu-Fluss und den Nationalpark Chiloé.

Die Auswirkungen werden bereits sichtbar. Die einheimische Tierwelt kehrt zurück, darunter der Pudú – eines der kleinsten Hirsche der Welt – sowie Vogelarten, die auf zusammenhängende Waldlebensräume angewiesen sind. Jeder gepflanzte Baum trägt dazu bei, Korridore zu schaffen, die es den Wildtieren ermöglichen, sich in der Landschaft zu bewegen, Nahrung zu finden und sich fortzupflanzen.

Mehr als nur das Pflanzen von Bäumen

Was Alihuen besonders inspirierend macht, ist sein ganzheitlicher Ansatz. Die Renaturierung ist nur ein Teil des Ganzen.

Das Projekt verbindet ökologischen Landbau, Umweltbildung, Ökotourismus und kulturellen Austausch. Freiwillige aus aller Welt beteiligen sich an Pflanz-, Anbau- und Naturschutzmaßnahmen und lernen dabei etwas über nachhaltige Landbewirtschaftung und die lokale Kultur. Im Laufe der Jahre hat sich rund um das Projekt eine vielfältige internationale Gemeinschaft gebildet, die durch eine gemeinsame Leidenschaft für Natur und Nachhaltigkeit verbunden ist.

Alihuen zeigt zudem, wie Umweltprojekte inklusiv gestaltet werden können. Der barrierefreie Wanderweg ermöglicht es Besuchern unterschiedlichen Alters und mit unterschiedlichen körperlichen Fähigkeiten, die Schönheit der Wälder von Chiloé zu erleben, und trägt so dazu bei, dass die Natur für alle zugänglich bleibt.

Ein Modell für den Klimaschutz

Die Geschichte von Alihuen erinnert uns daran, dass es bei der Wiederherstellung von Ökosystemen um weit mehr geht als nur um das Pflanzen von Bäumen. Es geht darum, Verbindungen wiederherzustellen: zwischen Wäldern, Wildtieren, Gemeinschaften und künftigen Generationen.

Durch die Verbindung von Renaturierung, Naturschutz, Bildung und bürgerschaftlichem Engagement zeigt Alihuen, wie lokales Handeln nachhaltige ökologische Auswirkungen erzielen kann. Wir bei Life Terra sind davon überzeugt, dass Klimaschutz dann erfolgreich ist, wenn Menschen sich aktiv an der Renaturierung beteiligen. Projekte wie Alihuen verdeutlichen die transformative Kraft des gemeinsamen Handelns.